Maennertag

Männertag – Jetzt können endlich alle Männer ruhigen Gewissens ihre Bollerwägen in den Wald ziehen, denn auch die Kinderlosen dürfen ja inzwischen mitfeiern. Wo Saufgelage und Gegröle früher nur den Vätern vorbehalten blieb, ist jetzt die gesamte maskuline Garde gefragt, sich gründlich und ohne weiteren Vorwand einen anzusaufen.  Am Männertag haben die Frauen endlich Gelegenheit, in Ruhe über Unterdrückung und männerfeindliches Verhalten nachzudenken.

Während früher der Großvater aller Machos noch sonntags nach der Kirche einen gemütlichen Besuch im Puff einplante, bevor ihm die treusorgende Ehefrau das Mittagessen servieren durfte, muss der Softie von heute ein schriftliches Gnadengesuch stellen, bevor er seine Freunde zum Skat einladen darf. Und diese Männerabende sollten sich, wenn es nach den Frauen geht, möglichst nur einmal im Jahr abspielen.

Männertag

Nachdem der Mann der Frau vorwirft, dass diese geschwätzig sei und gerne tratscht, tritt er Stunden später bei seinen Freunden alle Einzelheiten des letzten ehelichen Beischlafs breit. Der Männertag bietet auch die Möglichkeit, einen ausgiebigen Obsttag einzulegen. Im Bollerwagen befinden sich nämlich fruchtige Spezialitäten wie Schladerer, Kirschschnaps oder Himbeergeist. Daneben sorgen Getreideprodukte für festliche Stimmung, unter denen insbesondere der Gerstensaft und der Korn hervor zu heben sind.

Männertag, Bedauern über den schweren sozialen und gesellschaftlichen Stand

Männertag heißt auch, allgemeines Bedauern über den schweren sozialen und gesellschaftlichen Stand des männlichen Geschlechts auszudrücken. Während die ebenfalls voll berufstätige Ehefrau abends in ihrer Freizeit mit Begeisterung ihren Hobbys wie dem Kochen, Waschen, dem Bügeln oder gar der Hausaufgabenbetreuung nachgeht, vernachlässigt sie den armen, müden Mann. Sie verlangt von ihm sogar fast Unmögliches, wie das Anheben der Füße, während sie ihn mit dem lauten Staubsauger beim Surfen oder Fernsehen stört. Aber verständnisvoll wie der Mann nun einmal ist, aktiviert er seine letzten Kräfte und platziert seine störenden Treter auf der Couch.
Ja, einmal im Jahr bietet sich die Gelegenheit, mit Nachdruck auf das schwere Schicksal dieser zarten Pflänzchen aufmerksam zu machen!