Umgang mit älteren Menschen in der heutigen Gesellschaft
Früher war es normal und selbstverständlich, vor allem auf dem Land lebten drei bis vier Generationen in einem Haus, ja sogar oft in einem Haushalt. Heute ist das eher selten, aber langsam werden die Vorteile erkannt, und es geht der Trend wieder etwas hin zur Großfamilie mit verschiedenen Generationen. Selbst Fremde, die gern so leben würden, das aber mit ihrer eigenen Familie nicht verwirklichen können, leben in Mehrgenerationenhäusern zusammen, und machen sich so die Vorteile zu nutze.



In Zeiten, in denen in fast allen Familien beide Eltern arbeiten müssen, um den Familienunterhalt verdienen zu können, ist die Kinderbetreuung ein ständiges Problem. Kindergarten- oder gar Krippenplätze sind oft Mangelware, und auch bei größeren Kindern ist die Betreuung nach der Schule oder im Krankheitsfall nicht gegeben. Früher waren die Groß- oder sogar Urgroßeltern zu Hause, und die Eltern wussten somit die Kinder gut versorgt. Außerdem bekam so jedes Kind eine warme Mahlzeit und die Schularbeiten wurden obendrein noch beaufsichtigt.

Im Gegenzug waren die alten Leute nicht allein, und bei größeren Kindern war auch die Betreuung der Großeltern damit gewährleistet. Außerdem kann zusammen der Garten versorgt werden, und so gingen auch viele Rezepte von Großmüttern auf die Enkel über, und die Älteren konnten von den Kindern lernen. Leider wird das heute kaum noch praktiziert, allein schon, weil viele Großeltern noch jung sind, und voll im Leben stehen. Sie verreisen, haben eigene Wünsche und Bedürfnisse, und sind selbst von einem Termin zum nächsten unterwegs.

Die typischen Großelternaufgaben können dann eher mal von Urgroßeltern übernommen werden. Man sollte überlegen, ob diese Lebensform nicht wieder mehr in die Aufmerksamkeit rücken sollte. Denn es profitieren alle davon. Die Hilfe ist keinesfalls einseitig. Und das Verständnis für die jeweils andere Generation wird somit auch größer.  In den Mehrgenerationenhäusern wurde dieses aufgegriffen, und man versucht, “Enkel” und “Großeltern” die nicht verwandt sind, zusammenzubringen, um für beide Vorteile zu schaffen. Fast alle, die sich einer solchen Gemeinschaft angeschlossen haben, berichten nur positiv darüber. Vielleicht haben Sie an Feiertagen in der Familienrunde die Gelegenheit, für sich mal darüber nachzudenken.